Endlich in Myanmar
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Endlich in Myanmar

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Den ersten Teil unseres Grenzübertritts von Indien nach Myanmar habe ich ja bereits ausführlich in meinem letzten Post beschrieben. Der Grenzbeamte in Myanmar will unser Permit sehen, was man für den Aufenthalt in diesem Teil des Landes benötigt. Das haben wir über eine burmesische Reiseagentur bereits von Nepal aus beantragt und so wird es uns nach einem kurzen Anruf an die Grenze gebracht. Währenddessen dürfen wir drinnen warten. Statt klimatisierten Räumen und Passscanner auf indischer Seite, sitzen wir in einem Holzhaus mit Ventilator gegenüber eines Beamten im Unterhemd und Lunghi, der Dinge in Bücher schreibt während der Jüngste im Raum per Ein-Finger-Suchsystem irgendwas in den alten PC überträgt – willkommen in Myanmar.

Das Permit kommt per Motorroller und wir bekommen unseren Stempel, wir sind offiziell eingereist. Das Taxi in die nächste „Ortschaft“ Tamu, bedeutet hinten auf dem Roller mitgenommen zu werden. Von hier wollen wir mit dem Bus weiter nach Kalay (Kalaymio). Der Bus ist eigentlich ein Kleintransporter der vorne eine Kabine hat und hinten eine Ladefläche mit zwei Holzbänken als Sitzgelegenheit für ca. 10 Leute. Für die 80km Fahrt brauchen wir 4 Stunden und vier Polizeikontrollen. Ich werde das Gefühl nicht los dass man weiß, dass der Bus zwei Ausländer an Board hat. Wir müssen aber eigentlich immer nur kurz unsere Pässe zeigen und dürfen gleich weiter.
Die Fahrt ist zwar nicht bequem (erst zusammengequetscht neben dem Fahrer, dann hinten auf den Holzpritschen) aber es ist schön sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und den ersten Eindruck von Myanmar zu bekommen. Alles sieht so anders aus als in Indien. Schlechte Straßen (ok, ist jetzt genau wie in Indien), total wenig Verkehr, sattes grün, leichte Hügel und immer wieder ganz kleine Dörfer aus einfachen Holz- bzw. Bambushäusern, die fast ausschließlich erhöht stehen. Dass hier Reisende nicht an de Tagesordnung sind, merken wir schnell. Bereits an der Bushaltestelle werden Photos von uns geschossen, während der „Busfahrt“ filmen uns die Mitreisenden und in den Dörfern winken uns Kinder und Erwachsene zu. Hier wird also nicht gestarrt, sondern gegrüßt und das ist ganz schön.

Als wir in Kalaymio ankommen ist es bereits dunkel aber die Busse haben für Ausländer einen ganz praktischen Service (bzw. wohl eher eine staatliche Auflage), man wird direkt vor die Tür seines Hotels gefahren. Ungeplant wie wir sonst auch durch die Gegend tingeln, haben wir natürlich keins gebucht aber wir bekommen einen Tipp von einem unserer Mitfahrer der sehr gut Englisch spricht und verbringen so die erste Nacht in dem wohl einzigen Hotel der Stadt. In Myanmar ist der Tourismus relativ reguliert und so gibt es kaum günstige Guesthouses oder Hostels. Deswegen muss man leider in den sauren Apfel beissen und meist teuer für seine Unterkunft bezahlen, auch wenn sie es meist nicht wert ist.
Wir suchen uns die nächstbeste burmesische Kaschemme und ich finde mein Standardessen für die nächsten Wochen – Watercress (das Internet sagt das wäre Brunnenkresse) mit Chilli und Knoblauch und ein großes Myanmar Bier. Die Verständigung hier ist etwas komplizierter, da hier eben nicht jeder englisch spricht aber wozu hat man Hände und Füße und wenn dann der junge Kellner noch seine Aufzeichnungen aus dem Englischunterricht rausholt, dann ist alles klar.
Eigentlich wollen wir weiter mit dem Boot nach Mandalay aber das Wochenende macht uns einen Strich durch die Rechnung: der Bankautomat in Kalaymio ist nämlich nur die Woche über offen und in Kalaywa, Ausgangspunkt für die Speedboote Richtung Mandalay, will niemand unsere Dollar wechseln. Wir fahren also zurück nach Kalaymio um dann am Tag darauf den Bus zu nehmen.


Permit für Grenzübertritt Moreh – Tamu:

– beantragt über Seven Diamonds Reiseagentur

– Bearbeitung kann bis zu 20 Werktage dauern und es muss ein genaues Einreisedatum festgelegt werden

– Kosten: $100 pro Person

Reiseinformationen Tamu – Kalay/Kalaymyo:
Auf der Hauptstraße gibt es eine Bushaltestelle, Tickets kann man vor Ort kaufen.
– Dauer: ca. 4 Stunden
– Entfernung: 80 km
– Preis: 5.000 MMK pro Person

Reiseinformationen Kale/Kalay/Kalaymyo – Kalaywa (Speedboote):
– Dauer: ca. 2 Stunden
– Entfernung: 40 km
– Preis: 2.500 MMK pro Person

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