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Eine Woche durch den Oman

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Arabisch für Einsteiger oder die bereits Gesättigten, das liest man öfter über den Oman. Ich persönlich hatte eine Tausendundeine Nacht Vorstellung: Dattelpalmen, Kamele in der Wüste und weiße Gewänder und genau das wird einem auch begegnen. Nebenbei gibt es große asphaltierte Straßen und jede Menge dicke Autos. Wir mieten uns auch ein dickes Auto (Europcar sagte „it´s only a GMC… ) und bewegen uns in der einen Woche größtenteils durch den Nordosten des Landes, denn der Rest ist bedeckt von einer riesigen 15.000km² großen Sandwüste.

Sultan Qaboos Moschee Muscat
Sultan Qaboos Moschee Muscat

Die erste Station ist Muscat bzw. die Hauptstadtregion, mit knappen 800.000 Einwohnern (Muscat selbst ist sehr klein). Bereits am Flughafen kann man die traditionelle Bekleidung der Männer bewundern. Ein gerade geschnittenes Gewand was bis zum Knöchel geht, die dishdasha, dazu entweder eine bestickte Kappe, auch kumma genannt oder einen Turban, den massar. Die gibt es in verschiedenen Farben auch wieder aufwendig bestickt und meist aus Kaschmirwolle farblich abgestimmt. Wenn dazu noch eine Sonnenbrille kommt, sehen die Omani ziemlich lässig aus. Als modisches Vorbild dient vielleicht auch Sultan Qaboos, ein Bild von ihm findet man immer irgendwo. Turban und Kleidung sind perfekt abgestimmt und er sieht aus wie der nette Opa von nebenan. Außerdem ist er als Staatsoberhaupt sehr beliebt, denn er hat seit 1970 sein Land in die Moderne und in den Reichtum geführt. Wie auch in den anderen Ländern am Persischen Golf, gibt es hier nämlich ein bisschen Öl (die Benzinpreise sind quasi ein Scherz). Trotz der rasanten Entwicklung hat man es aber geschafft dieses Gefühl von Tausendundeine Nacht zu erhalten, was wohl größtenteils durch die traditionelle Architektur kommt. Von Wolkenkratzern keine Spur und alles ganz klein und gemütlich irgendwie.
In Muscat machen wir eine kleine Wanderung von Mutrah zur Corniche, die Promenade wenn man so sagen kann, an der abends das Sehen und gesehen werden das Geschehen bestimmt. Bereits im Dunkeln schauen wir uns den Sultanspalast Qasr al-Alam an und den Souq, der leider nicht ganz so sehenswert ist. Am nächsten morgen werfen wir noch einen Blick auf die größte Moschee des Landes, die Sultan Qaboos Moschee, die wir leider nur von außen betrachten können, denn Nicht-Muslime dürfen nur morgens rein und wir sind zu spät.
Mit dem Auto geht es weiter Richtung Osten nach Sur aber nicht ohne in der Zwischenzeit ein paar Wadis anzuschauen. Wadis sind mehr oder weniger ausgetrocknete Flussbetten (je nach Wetterlage versteht sich) die demzufolge auch kleine Oasen bilden und die gibt es hier zur Genüge. Nach einer Übernachtung in Sur geht es weiter nach Raz al-Hadd, hier trifft der Golf von Oman auf das Arabische Meer und während man so steht und guckt fliegen 3 Pelikane vorbei und man fragt sich, wo die wohl hinwollen. Weiter entlang der Ostküste suchen wir uns einen leeren Strand, denn wir schlafen im Auto um vor Sonnenaufgang Schildkröten zu suchen, mehr dazu gibt es hier. Dieser Teil der Küste gilt als eine der schönsten Abschnitte mit seinen steilen Klippen. Wir können aber nur einen Teil davon genießen, denn uns zieht es weiter ins Landesinnere in Richtung Ibra. Auf dem Weg dahin machen wir am Wadi Bani Khalid halt, in meinen Augen das schönste Wadi was ich im Oman gesehen habe, denn in den künstlichen Pools kann man baden und auf unserem Weg in die kleine Muqhal-Höhle, kühlen wir uns die Füße ab. Dieses Wadi führt das ganze Jahr über Wasser und ist genau das, was man sich unter einer Oase vorstellt.

Ramlat al-Wahiba Oman
Ramlat al-Wahiba

Wir übernachten in Ibra, eine der ältesten Städte des Oman und machen am nächsten Morgen einen kleinen Abstecher in die Ramlat al-Wahiba, die große Sandwüste. Leider sieht unser dickes Auto nur so aus als wäre es geländetauglich, also wagen wir es nur die Straße zu benutzen und machen und dann auf den Weg die Dünen zu erklimmen. Ich habe dabei gelernt, dass Chucks wesentlich wüstentauglicher sind als man denken würde und Sanddünen immer höher sind als sie aussehen. An dieser Stelle möchte ich direkt auch eine Lanze für die Omani brechen, die wir während unserer Zeit dort leider kaum kennenlernen konnten. Wir wurden nämlich persönlich wieder zurück zum Auto gefahren, denn ein paar junge Omani haben sich Sorgen um uns gemacht als wir schwitzend auf der Sanddüne saßen und das kann man schließlich auch nicht von jedem erwarten.

 

Weiter geht es nach Nizwa. Hier besuchen wir das alte Fort aus dem 17. Jh. und alleine schon der Ausblick vom Turm auf 30m Höhe lohnt den Besuch. Die Qaboos-Moschee direkt daneben ist von außen wirklich schön anzusehen aber von innen nicht so richtig beeindruckend. Das liegt aber wohl daran dass wir gerade aus dem Iran kommen.

Qaboos-Moschee Nizwa
Qaboos-Moschee Nizwa
Oman Nizwa
Tea?
Ausblick Nizwa Fort
Ausblick Nizwa Fort
Oman Nizwa Fort
Nizwa Fort

 

 

 

 

 

 

 

Auch hier im Oman ist die Landschaft abwechslungsreich. Gestern noch in der Wüste fahren wir heute in die Berge. Das Ziel ist der Jebel Shams, den Berg der Sonne bzw. das Hochplateau auf 2.000m was nicht nur einen Blick auf den Berg freigibt, sondern auch auf den Grand Canyon des Omans. Der ist im wahren Leben ein trockenes Wadi aber deswegen nicht minder beeindruckend. Am nächsten Tag nehmen wir noch ein bisschen Geschichte mit und besuchen das alte Wohnschloss in Jabrin, was später zu einem Fort werden sollte und angeblich zu den schönsten Sehenswürdigkeiten des Oman zählt. Hier gibt es tausend verwinkelte Zimmer und Gänge und durch eine liebevolle Restaurierung kann man sich ganz gut vorstellen wie man so gelebt hat im 17. Jahrhundert und zack ist es wieder da, das Gefühl von Tausendundeine Nacht. Uns zieht es aber zurück an die Küste, denn unsere Zeit hier ist fast um.
An unserem letzten Tag im Oman machen wir es wie die Omani, wir picknicken am Strand in Ras al-Sawadi und ich kann endlich wieder meine große Kindheitsleidenschaft ausleben: am Strand Muscheln sammeln, und was für welche. Dass ich seitdem gefühlte 20kg mehr an Gepäck mit mir rumschleppe ist ein Umstand, den ich durchaus in Kauf nehme.
Bevor unser Flieger Nachts in Richtung Indien abhebt, machen wir noch einen abendlichen Abstecher nach Qurum, ein modernerer Teil der Hauptstadtregion um Muscat um den Sonnenuntergang zu genießen.
Wir sagen Auf Wiedersehen Oman, du Märchen aus Tausendundeine Nacht. Es war schön mit dir aber noch sind wir nicht gesättigt vom Abenteuer und so könnte es noch ein bisshen dauern bis wir wiederkommen. Es sei denn wir kaufen mal einen richtigen Offroader, dann machen wir vielleicht einen Ausflug in die Wahiba…

Ramlat al-Wahiba Oman
Ramlat al-Wahiba
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